Wer war der Namensgeber Lorenz Oken?

Lorenz Oken hieß Lorenz Ockenfuß.
Er wurde am 1. August 1779 in Bohlsbach geboren.
Seine Eltern bewirtschafteten ein kleines bäuerliches Anwesen, das die Familie kaum zu ernähren vermochte. Vom Elternhaus her waren dem kleinen Lorenz – den Namen erhielt er nach dem Bohlsbacher Kirchenpatron St. Laurentius – keine großen Zukunftschancen in die Wiege gelegt, aber der Lehrer Anton Herr sowie der katholische Ortsgeistliche Pfarrer Kolmann, erkannten seine guten Verstandesanlagen und förderten ihn.
1793 kam er an das Gymnasium der Franziskaner-Patres nach Offenburg. Diese bescheinigten Oken nicht nur ein „ingenium felix“ (eine glückliche Anlage) , sie schickten 1799 nach dem frühen Tod seiner Eltern, ihren besten Schüler an die Stiftsschule nach Baden-Baden.
Um das Reisegeld zu sparen, marschierte Oken von Bohlsbach nach Freiburg und immatrikulierte sich dort im Jahre 1800 nach erfolgreichem Schulabschluss als Medizinstudent. Aus den Universitätsakten geht hervor, dass ihm ein Jahresstipendium von 120 Gulden zugebilligt wurde, weil er ganz arm und elternlos sei und in den Wissenschaften ausgezeichnete Fortschritte machte.
In Würzburg und Göttingen begann seine Karriere als Naturwissenschaftler. 1807 wurde er als Professor für Medizin an die Universität Jena berufen. Weitere Stationen waren Basel und München. Alle seine Schüler liebten ihn, weil er so ein hinreißender Lehrer und Vermittler war. Er war Mediziner, Naturforscher, Naturphilosoph und Biologe und verfasste zahlreiche wissenschaftliche Schriften.Okens größter Wunsch, einen Lehrstuhl an seiner Heimatuniversität Freiburg zu erhalten, blieb unerfüllt, denn liberale Hochschullehrer waren auch hier nicht gefragt.
1833 folgte er einem Ruf nach Zürich und wurde dort Rektor der neugegründeten Universität.
Lorenz starb 1851 im Alter von 72 Jahren in Zürich und ist auch dort begraben.
Bis zu seinem Tod hat der bedeutende Wissenschaftler Lorenz Oken seine angestammte Heimat nie vergessen. So ließ er seinen einzigen Sohn, der sehr früh starb, nach dem Gründer Offenburgs „Offo“ taufen. In seiner Rede, die er anlässlich einer Tagung der „Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte“ 1839 in Freiburg hielt, erklärte er: „Ich bin Dank schuldig, denjenigen, welche mir Unterstützung und Unterricht haben gedeihen lassen, in Bohlsbach, in Offenburg, in Baden-Baden und Freiburg.“ Die Dankbarkeit seinen Lehrern gegenüber und seine aufrechte Haltung als großer Liberaler soll für uns Verpflichtung sein.
Gerne tragen wir als Schule seinen Namen:
Lorenz Oken Schule
